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Nachtschatten [1] – Der Aufbruch

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Nachtschatten [1] – Der Aufbruch

„Nachtschatten“ ist eine exklusive und interaktive Space4Games-Geschichte im Star Citizen-Universum. Entscheide selbst über den Verlauf der Geschichte.

„PIONEER X“ war in goldenen Versalien auf das antike Schreibgerät eingraviert. Bis Anfang des 21. Jahrhunderts hatten die Menschen Kugelschreiber wie diesen verwendet um Nachrichten und Informationen auf gepresste pflanzliche Fasern zu notieren. Die mit Farbe gefüllte Kartusche gab über eine kleine Kugel an der Stiftspitze geringe Mengen Tinte ab. Mittlerweile war diese natürlich längst eingetrocknet. Die Mission „PIONEER X“ war die erste Siedlerwelle die damals die Erde verließ und versprach armen Seelen das Glück in den Tiefen des Weltalls zu finden.

Ich legte das Werbegeschenk zurück in die schwarze Kiste und betrachtete die anderen, auf meinem Schreibtisch aufgereihten, Gegenstände die mir der Nachlassverwalter übergeben hatte. Eine kleine Hologrammkugel, welche auch heute noch gerne als Dekoration verwendet wird, sowie ein staubiges Mobiglas mit abgewetzten Kanten. Die Hologrammdeko war defekt, vermutlich waren die Brennstoffzellen längst aufgebraucht. Das Mobiglas hingegen war intakt. Mit einem langen Tastendruck auf einen dafür vorgesehenen Knopf im Armband initialisierte ich das Gerät und es begrüßte mich mit einer monotonen Stimme. „Guten Abend, Captain Lloyd. Sie haben eine neue Mitteilung! Möchten Sie diese jetzt abspielen?“ Ich zögerte einen Augenblick, der Empfänger dieser Nachricht war schließlich mein Großvater – und nicht ich. Das Mobiglas gab ein unverkennbares Piepsen von sich: der Akku war nahezu leer…

ENTSCHEIDUNG: NACHRICHT SOFORT ABSPIELEN.

Mit einem gebrochenen „Ja“, das für mich selbst eher wie eine Frage klang, gab ich der KI zu verstehen, dass ich die Nachricht hören möchte.

„Die Mitteilung von Christopher Lloyd an Christopher Lloyd vom 17. Dezember 2944 lautet: Ryan? Ryan, ich hoffe, dass du diese Botschaft hörst. Du hast sicherlich das Mobiglas von meinem Nachlassverwalter erhalten. – Das heißt, wenn du dies hörst, dann werde ich nicht mehr unter den Lebenden sein… Der verdammte Akku ist schon wieder leer, daher werde ich mich kurz fassen. In wenigen Stunden fliegt mein Shuttle von Port Olisar und ich werde keine Gelegenheit haben mich persönlich von dir zu verabschieden. Ich wurde mit einer heiklen diplomatischen Mission vertraut. Man könnte auch sagen ein Himmelfahrtskommando… Aber du weißt ja wie das ist… Erfahrene Spezialisten wie mich, die fließend Vanduul sprechen und noch dazu über Charisma und Charme verfügen findet man selten. Ha. Ha. – Ryan. Du warst für mich immer wie mein eigener Sohn. Insbesondere als dein Vater… Der Große Krieg hat tiefe Wunden in unserem Leben hinterlassen. – Ich bin dennoch glücklich, dass ich für dich da sein konnte. Leider habe ich nicht viel, was ich dir hinterlassen könnte. Das Corps wird sicherlich die meisten meiner Sachen einbehalten. – Staatseigentum. – Eine Kleinigkeit möchte ich dir jedoch weitergeben: seit Generationen ist ein kleiner Claim in unserem Besitz; vermutlich vollkommen wertlos, doch seit mehreren hundert Jahren haben unsere Vorfahren immer viel Wert darauf gelegt, dass das Grundstück in der Familie bleibt. Ich selbst war nie dort. Es ist einer dieser PIONEER-X-Claims, die sie damals verkauft haben als das mit der Erkundung so richtig los ging. Simon Lloyd hatte mehrere Millionen UEC, das war damals ein Vermögen, ausgegeben um den Claim zu erhalten. Offenbar… – verdammt dieser Akku treibt mich in den Wahnsinn – …hatte er jedoch kein Glück damit. Ein karger Flecken Land, ohne Rohstoffe, Wasser oder auch nur irgendetwas Brauchbarem. Er bekam den Claim zu Lebzeiten auch nicht mehr verkauft und behielt ihn stattdessen als traurige Erinnerung an seine damaligen Hoffnungen auf ein neues Leben im Verse. Kurz darauf trat er den Militärdienst an und gab dann ohnehin sämtliche Besitztümer ab. – Vielleicht möchtest du das Grundstück der Familie Lloyd ja mal besichtigen. Dein Vater…“ Die Mitteilung brach ab. Das Mobiglas war noch immer eingeschaltet. In der unteren linken Ecke pulsierte eine rote Warnung „Akku 1%“. Das Gerät schien kaputt zu sein, denn eigentlich sollten die Solarzellen in der Lage sein den Stromverbrauch zumindest zu kompensieren. Schnell machte ich die Kopierengeste und sicherte die angehängten Koordinaten auf meinem Mobiglas, dann erlosch die Holoanzeige für immer. Ein altes defektes Mobiglas und ein noch altertümlicheres Schreibgerät – mehr sollte mir von meinem Großvater nicht bleiben. Sentimental dachte ich zurück an unsere gemeinsamen Transportmissionen, das war noch bevor er in den Diplomatischen Dienst der UEE bestellt wurde. Wir flogen Tage, manchmal Wochen lang durch die Dunkelheit, tranken scharfen Xi’An-Tee um uns wach zu halten und mein Großvater erklärte mir das Universum – und alles darüber hinaus. Erinnerungen sind doch immer das Kostbarste was bleibt!

Wieder zurück im Jetzt stellte ich die Kiste geistesgegenwärtig in mein Büroregal. Grundstück der Familie Lloyd. Ich bin mir sicher mein Großvater hätte gewollt, dass ich mir das genauer ansehe. „Alix? Berechne Kurs zu dieser Position…“, sagte ich und zeigte mit dem rechten Zeigefinger auf die kopierten X-,Y- und Z-Koordinaten. Die immer gut gelaunte KI antwortete: „Es stehen mehrere Routen zur Verfügung. Die schnellste Route führt durch UEE-unkontrolliertes Gebiet und beträgt 16 Tage und 22 Stunden bei maximaler Geschwindigkeit. Eine sichere Verbindung über Yela 2 ist ebenfalls möglich und beträgt voraussichtlich 29 Tage und 4 Stunden bei maximaler Geschwindigkeit.“ Beiläufig bedankte ich mich bei Alix und überdachte die Alternativen. 17 Tage? 29 Tage? Selbst fünf Tage wären schon eine lange Zeit gewesen… „Alix? Durchsuche den UEE Marketplace nach Transportaufträgen für diesen Flug!“ „Für diese Anfrage stehen keine Cargo-Aufträge im UEE Marketplace zu Verfügung. Möchten Sie auch Anfragen für Passagiertransporte durchsuchen?“ Passagiere… ich stöhnte innerlich. Die letzten Reisenden hatte mich am Landing Pad geprellt und mich ohne Bezahlung stehen lassen. „Ja, bitte.“, entgegnete ich Alix nüchtern. „Es steht ein Passagiertransport-Auftrag zu Verfügung. Reisen möchte von Port Olisar nach P22-EX-31 der Gesandte Ma’a Ká mit 6 Kilogramm Gepäck. Der Umweg beträgt 1 Tag. Das vorgeschlagene Honorar beträgt 300.000 UEC.“ Ein Xi’An-Gesandter, das klingt nicht schlecht, dann muss ich mich zumindest nicht mit zermürbendem Smalltalk befassen und zudem ist die Zahlungsmoral bei den Xi’An deutlich höher als bei uns Menschen. Der Verdienst ist ebenfalls angemessen…

ENTSCHEIDUNG: AUFTRAG ANNEHMEN.

„Alix? Stelle Übertragung zu Auftraggeber her!“ „In Ordnung. Verbindung wird aufgebaut…“

Wir trafen uns am Landing Pad A02 auf Port Olisar. Ich hatte meine Freelancer „Rusty Rider“ vollgetankt. Sie schien mir ein angemessenes Schiff für meine Reise und war mit diverser Unterhaltungselektronik ausgestattet um die Flugzeit zu verkürzen. Außerdem hatte ich einige Güter geladen, welche ich auf P22-EX-31 mit geringer Marge werde verkaufen können um zumindest die Spritkosten wieder rein zu holen. Der Gesandte Ma’a Ká war, wie auch ich, für die sicherere der beiden Routenoptionen. Er reiste mit leichtem Gepäck und hatte nur einen kleinen Reisesack dabei, den er verkrampft mit beiden Pranken festhielt. Ich zeigte ihm an Deck wo er es sich bequem machen konnte und er versank noch vor dem Abflug in irgendeinem xi’anesischen Holostreifen.

„Control? Erbitte Startfreigabe für Freelancer Rusty Rider von Pad A02. An Bord sind der Gesandte Ma’a Ká und Commander Ryan Lloyd. Zieldestination P22-EX-31.“ Der Tower antwortete gelangweilt: „Rusty Rider. Freigabe erteilt. Abflugvektor Alpha 21. Guten Flug.“ Ich zwang mich zu einem ebenso routinierten „Danke und einen angenehmen Tag.“ und gab die Koordinaten in den Bordcomputer ein. „Alix, die Steuerung gehört dir. Quantumdrive aktivieren!“ „Kurs liegt an. Quantum Travel initialisiert.“ Vor dem Cockpitfenster der Freelancer wölbten sich Raum und Zeit. Sanft wurde ich in den Sitz gedrückt als die Rusty Rider auf ein Viertel Lichtgeschwindigkeit beschleunigte. Trotz vieler tausend Sprünge faszinieren mich die verzerrten Silhouetten noch heute. Als Kind versuchte ich zu erraten, was ich gerade sah und an welchen Sternen wir gerade vorbei sprangen. Ich aktivierte das Intercom und informierte meinen Mitreisenden, dass wir uns auf Kurs befinden, eine kleine Mahlzeit in vier Stunden vorgesehen ist und legte mich ebenfalls in meine Koje.

„Commander!“, riss mich Alix aus dem Schlaf, „Annäherungsalarm. Mehrere Vanduulschiffe aus 7 Uhr mit hoher Geschwindigkeit!“ Ich stutzte. Vanduul? Im Hyperraum des UEE-Gebietes? „Alix? Wie ist der aktuelle Kurs der Schiffe?“ hakte ich nervös nach. „Die Jäger befinden sich auf Verfolgungskurs. Distanz 51 Kilometer. Nähern sich schnell!“ Ich schluckte heftig…

Nachtschatten 1
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Tacryll
Star Citizen Fanboy und Vorstandsmitglied des deutschsprachigen Star Citizen Clans Phoenix Interstellar. Initiator von STAR42 Cosplay und Mitveranstalter der CON42 Fan Convention.


2 Kommentare

  1. Himmselbuster

    Schöne Geschichte, ich liebe Fanfiktion! Hoffentlich geht es bald weiter! 😉

  2. Vetinari77

    Sehr schön. Bin gespannt wie es weitergeht.

Dein Kommentar

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Die sehr unübliche Photosphäre von Helios zieht auch Wissenschaftler aus dem gesamten Reich an die in seiner Nähe Plattformen, sowie Beobachtungsstationen und Labors errichtet haben. Diese Plattformen werden von Transportschiffen bewegt und sind nur für eine Kurzzeitanwendung konstruiert. Sie werden normalerweise in der Sonne selbst entsorgt. Wenn es neue Projektanforderungen gibt, baut man einfach neue.

Quelle:
https://robertsspaceindustries.com
http://www.star-citizen-news-radio.de/galactic-guides-fuer-sternen-systeme/

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