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Nachtschatten [3] – Der Kampf

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Nachtschatten [3] – Der Kampf
Lesezeit: ca. 7 min  

Dies ist die dritte Ausgabe von „Nachtschatten“, einer exklusiven und interaktiven Space4Games-Geschichte im Star Citizen-Universum. Entscheide selbst über den Verlauf der Geschichte.

Vergangene Woche mussten sich die Leser zwischen einer erneuten Flucht und dem Kampf gegen ein fünfköpfiges Vanduul-Geschwader entscheiden. Mit einem sehr knappen Vorsprung setzten sich die „Kämpfer“ durch.

Resigniert blickte ich auf die kleine Holoprojektion meines Großvaters die ich mir zur Erinnerung auf meine Steuerkonsole gestellt hatte. Was würde der alte, weise Mann tun?

ENTSCHEIDUNG: KÄMPFEN.

Vermutlich war es nur ein vom Holoprojektor angestrahltes Staubkorn, doch es sah aus als würde mein Großvater mir mit dem Funkeln in seinen Augen mitteilen wollen, dass ein Lloyd nicht davon rennt. In manchen Momenten ist Angriff die beste Verteidigung. „Niemals aufgeben, niemals kapitulieren!“ hallte eine Stimme durch meinen Kopf.

„Alix. Sprung abbrechen! Notfall-Funkbake absetzen und volle Energie auf die Schilde! Verteidigungslayout Tango 4“, wies ich die Schiffs-KI an. Ich warf einen prüfenden Blick auf meinen Passagier, den Gesandten Ma’a Ká. Seine dunkelgrüne Schuppenhaut erschienen mir seltsam blass. Der Xi’An wandte sich zu mir und stotterte mit gebrochener Stimme: „Die Vanduul… – das Schiff werden aufbrechen – und uns erstechen!“ Ich hob beschwichtigend die Hand. „Noch haben sie uns nicht. Und wir werden es ihnen auch nicht einfach machen! Diese alte Blechdose hat bisher noch keiner geknackt. Verriegeln sie alle Schotten und Türen manuell, das wird sie im Fall der Fälle etwas aufhalten!“ Ma’a Ká tat wie ihm aufgetragen. Er kletterte aus seinem Copilotensitz und begann die Luken dicht zu machen.

In wenigen Sekunden würden die Vanduul ebenfalls ihren Sprung abbrechen und unmittelbar vor uns auftauchen. Ich drehte die Rusty Rider in Richtung der Feinde um maximale Feuerkraft zur Verfügung zu haben. Es war totenstill, lediglich die Manövriertriebwerke gaben ein gespenstisches Zischen von sich, als sich das Schiff ausrichtete. Ich beschleunigte die Freelancer geschmeidig auf Reisegeschwindigkeit, um den notwendigen Schub für künftige schnelle Manöver zu ermöglichen. Plötzlich erschien der erste Vanduul. Mit dem typischen Kreischen der Alientriebwerke kam er aus dem Hyperraum und eröffnete direkt das Feuer.

Die Schilde der Freelancer leuchteten hellblau auf – doch die erste Energiewaffensalve konnte ihnen nichts anhaben. Ma’a Ká, der wieder neben mir Platz genommen hatte beobachtete angestrengt die Radarsensorik. „Zwei weitere Glaives werden in Kürze eintreffen. Nutzen wir unseren Vorteil!“, nahm ich ihm die Worte aus dem Mund und visierte den ersten Vanduul an. Der kleine Jäger war deutlich wendiger als die Freelancer, doch ich hatte ein paar Asse im Ärmel. Ich deaktivierte die automatische Stabilisierung der Freelancer, drehte mich um die eigene Achse und landete mit den Badger Repeatern ein Dutzend sichere Treffer in die schwachen Heckschutzschilde des Vanduuls und reduzierte sie auf unter 5%. Ehe er den letzten Treffer kassiert hatte, beschleunigte ich die Freelancer und näherte mich von hinten, um in Reichweite meiner Projektilwaffen zu sein. Bevor der Jäger wenden konnte, durchsiebten hunderte Hohlspitzgeschosse sein Hecktriebwerk. Das feindliche Schiff verlor rasch an Geschwindigkeit und ich hatte alle Mühe dem zerberstenden Feuerball, in den es sich verwandelt hatte, auszuweichen. Mehrere Trümmerteile prallten auf meine Frontschilde und machten diesen erheblich zu schaffen. „Zwei Vanduul kommen rein…“ begann Ma’a Ká einen seiner stets poetischen Xi’An-Sätze. Ich unterbrach ihn: „Alix? Statusbericht!“. Meine charmante Alix antwortete: „Commander. Die Frontschilde sind bei 33%. Steuer- und Backbord, sowie Heck, sind bei 100%. Treibstoff bei 84%. Quantum-Treibstoff bei 79%. Energie und Lebenserhaltung normal. Badger Repeater kurz vor Überhitzung. Gatling verfügt über 983 Schuss Munition.“ Ich stockte. „Überhitzung der Laser bereits nach wenigen Salven? Alix? Sind unsere Kühlmitteltanks beschädigt?“, hakte ich nach. Doch Alix verneinte. Das war seltsam, denn ich hatte vor dem Abflug routinemäßig alle Waffen und Schiffskomponenten überprüft.

Bevor ich weitere Erklärungsversuche finden konnte, tauchten die nächsten beiden Vanduuljäger auf. Ich war froh, dass uns nicht der gesamte Schwarm auf einen Streich angegriffen hatte, sondern die Aliens stets in Wellen angreifen. Mein Ausbilder bei der Navy hatte mir erklärt, dass dies wohl eine Art Ritus sei. Der Jäger, dem es gelingt die Beute zu erlegen, erhält Ruhm und Zuspruch. Hingegen einen Feind als Meute zu stellen, wäre wohl weniger ehrenhaft.  Mir war es nur recht, denn so hatten wir zumindest eine geringe Überlebenschance.

Sobald der erste Vanduul in Reichweite war, begrüßte ich diesen mit einem großzügigen Sperrfeuer. Offenbar war es ein unerfahrener Krieger, denn er begann hektisch aus zu weichen, als wäre er aus Glas. Ich markierte ihn und feuerte zwei wärmesuchende Raketen – und um sicher zu gehen auch gleich noch eine radargestützte – in seine Richtung. Mit einem weiteren nervösen Ausweichmanöver versuchte er die Raketen abzuschütteln. In letzter Sekunde leitete er Gegenmaßnahmen ein und konnte die beiden Wärme-Lenkraketen ausschalten. Allerdings hatte er nicht mit meinem Raketencocktail gerechnet, denn die Radar-Rakete verpasst ihr Ziel nicht. Im Augenwinkel nahm ich die Explosion wahr, doch es war keine Zeit den Triumph zu genießen. Der zweite Vanduul war nun in Kurzwaffenreichweite und zögerte nicht. Mehrere schwere Energiegeschosse reduzierten die Frontschilde. Es war, wie in einem antiken Western-Spielfilm: High Noon. Wir flogen frontal aufeinander zu und feuerten aus allen Rohren. Ma’a Ká hatte die Energie auf die Frontschilde konzentriert. 34%, 30%, 23%… rapide nahm die Leistung der Schilde ab und in Kürze würden die Geschosse ins Cockpit eindringen. Entweder er oder wir. Wenn der Jäger nicht gleich wie eine Blase zerplatzen würde, dann hätten wir ein ernsthaftes Problem. Doch es kam noch schlimmer: die Badger Repeater waren nicht nur überhitzt, sondern offenbar durchgebrannt. Ich leitete die Waffenenergie auf die Schutzschilde und versuchte konstant den Pip-Marker der Gatling auf dem Vanduul tanzen zu lassen. „Schilde kritisch!“, meldete sich Alix. Ich fluchte und spielte innerlich die Optionen und Ausweichmanöver durch, die man mir an der Akademie vor vielen Jahren beigebracht hatte. Der Vanduul nahm mir die Entscheidung ab. Offenbar war seine Abwehr aufgerieben und meine Geschosse zertrümmerten die Scheibe seines Cockpits. „Knapp sind wir entronnen, noch haben wir nicht gewonnen!“, meldete sich der Xi’An-Gesandte zu Wort. Ich atmete auf und zwinkerte ihm vielsagend zu, während ich einen erneuten Report von Alix einholte. „Commander. Die Frontschilde sind bei 6%. Steuer- und Backbord sowie Heck sind bei 2%. Treibstoff bei 81%. Quantum-Treibstoff bei 79%. Energie und Lebenserhaltung normal… Badger Repeater nicht verfügbar. Gatling verfügt über 142 Schuss Munition. Nahrungsrationen vollständig verfügbar.“ – Ich stoppte den Redefluss von Alix, beschleunigte meine Freelancer Rusty Rider und nivellierte die Schilde. „Zeit, die Beine in die Hand zu nehmen!“, sagte ich und registrierte einen skeptischen Blick von Ma’a Ká, der diese uralte menschliche Redensart offenbar nicht kannte. Um den Schilden die erforderliche Regenerationszeit zu verschaffen, versuchte ich mit maximaler Geschwindigkeit das Trümmerfeld hinter mir zu lassen.

Unsere Waffen waren quasi nutzlos. Es verblieben zwar nur noch zwei weitere Jäger, doch die Munition würde nicht einmal mehr für einen reichen. Ohne die Badger Repeater würde es uns vermutlich noch nicht einmal gelingen, die Schilde zu durchbrechen. Erneut sollte der Feind über unser Schicksal entscheiden und uns zuvorkommen: Perfekt berechnet waren die letzten beiden Vanduul direkt neben uns aus dem Hyperraum erschienen. Dass wir leichte, zu leichte, Beute waren, war ihnen offenbar klar, denn sie machten keine große Sache daraus. Noch bevor ich meine Munition leer geschossen hatte filetierte eine Lasersalve unser rechtes Triebwerk inklusive Antriebsgondel. Kurz darauf musste auch die Backbordseite daran glauben. „Makaber“, dachte ich noch, „statt, dass sie uns einfach erlösen, führen sie uns jetzt auch noch vor…“ Ich blickte zur Hologrammprojektion meines Großvaters. Es flackerte und zuckte aufgrund der elektromagnetischen Indifferenzen. Noch bevor ich die Worte für ein Stoßgebet formulieren konnte erschien das kampferfahrene, vernarbte Gesicht eines Vanduuls auf dem Overlay der Kommunikation. Ganz offensichtlich war er der Staffelführer oder gar ein Clanoberhaupt. Seine herrische Stimme durchdrang Mark und Bein: „Ich bin Baghun. Sohn des Marthor. Träger der blutroten Klinge von Tiber. Bezwinger und Herrscher über Caliban. Ihr seid meine Gefangenen. Öffnet die Schleuse!“

Nachtschatten 3
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Tacryll
Star Citizen Fanboy und Vorstandsmitglied des deutschsprachigen Star Citizen Clans Phoenix Interstellar. Initiator von STAR42 Cosplay und Mitveranstalter der CON42 Fan Convention.

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