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Star Citizen: Das verlorene Geschwader

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Squadron 88 kämpfte heldenhaft gegen eine Übermacht der Vanduul, die das Caliban-System attackierten. © Cloud Imperium Games

In diesem Lore-Artikel erzählen wir euch die Geschichte von Squadron 88, das beim Fall von Caliban eine wichtige Rolle spielte.

Star Citizen hat eine sehr umfangreiche und sehr spannende Hintergrundgeschichte, die regelmäßig in sogenannten Lore-Posts erzählt und ausgebaut wird. Nachfolgend findet ihr unsere Übersetzung eines solchen Lore-Postings, der ursprünglich am 09. Mai 2018 auf der offiziellen Webseite zu Star Citizen erschien. Die Übersetzung hält sich so nah wie möglich am Original, wobei Eigennamen und Bezeichnungen der Originalsprache erhalten bleiben.

Portfolio: Lost Squad

Fast drei Jahrhunderte stand Squadron 88 unter dem Motto “Stand and Deliver”. Die Geschichte des Geschwaders geht auf den Zweiten Tevarin-Krieg zurück, obwohl es in diesem Konflikt nicht in Kampfhandlungen involviert war. Squadron 88 war entlang der Perry Line stationiert und erbrachte ihr größtes Opfer für das Imperium während des Falls von Caliban. Dort erhielt es auch seinen berühmten und schicksalhaften Spitznamen “The Lost Squad”.

Die 88. wurde 2608 gegründet, als das Tevarin-Militär zum zweiten Mal in die Gebiete des Imperiums eindrang. Tevarin-Anführer Corath’Thal setzte Guerilla-Taktiken geschickt ein, um die Menschen zu terrorisieren und die UEE Navy zu zwingen, ihre übermächtigen Militärkräfte aufzuteilen. Als Reaktion nahm die Navy interne Veränderungen vor, um besser auf die asymmetrische Kriegsführung der Tevarin reagieren zu können. Im Rahmen dieser Umstrukturierung entstand Squadron 88.

Der Massenselbstmord der Tevarin nach der vernichtenden Niederlage im Zweiten Tevarin-Krieg wurde durch das Gemälde "Tears of Fire" berühmt. © Cloud Imperium Games

Der Massenselbstmord der Tevarin nach der vernichtenden Niederlage im Zweiten Tevarin-Krieg wurde durch das Gemälde “Tears of Fire” berühmt. © Cloud Imperium Games

Als Unterstützungsstaffel leistete die 88. logistische Hilfe für die an der Front kämpfenden Kräfte, als auch für die Zivilbevölkerung, die von unerwarteten Tevarin-Angriffen heimgesucht wurde. Das vielfältige Arbeitspensum brachte ein Geschwader hervor, das zwar alles beherrschte, aber auf nichts richtig spezialisiert war. Es war in der Lage, sichere Nachschubrouten einzurichten, Signalstationen aufzubauen und zu verwalten oder in kürzester Zeit kampfbereit zu sein.

Während Squadron 88 nie für seine Fliegerasse bekannt war, hatte es einige der besten Logistiker überhaupt in seinen Reihen. Das breite Aufgabenspektrum der Staffel vermittelte seinen Mitgliedern ein Verständnis für die vielfältigen Rollen innerhalb der Navy und prägte eine Mannschaftskultur, die sich der Verbesserung der Marine in jeder Hinsicht verschrieben hatte.

Mit dem Ende des Tevarin-Konflikts wurde die 88. Mitte des 27. Jahrhunderts dem Castra-System zugewiesen, da sich der Kalte Krieg mit den Xi’an zuspitzte. Obwohl sie eigentlich nicht an der Perry Line stationiert waren, zeigten Dokumente, die unter Imperator Costigans historischem „Truth Act“ von 2941 veröffentlicht wurden, dass die 88. an mindestens 50 Missionen in Systemen der Perry Line teilgenommen hatte. Sie übernahm viele Rollen, leistete aber vor allem logistische Unterstützung und versorgte Geschwader, die an den Grenzen patrouillierten.

Nachdem der Akari/Kray-Vertrag die Spannungen im Verhältnis zu den Xi’an abgebaut und den Kalten Krieg effektiv beendet hatte, wurde Squadron 88 zum wichtigen Bestandteil des Übergangs Castras von einem geschlossenen und militärischen zu einem offenen System. Als die ersten zivilen Konvois in das System kamen, war es für die Mitglieder der 88. eine Ehre, die Kolonisten zu Shermans Perch auf Mount Ulysses zu führen. Für viele Personen außerhalb der Marine war es das erste Mal, dass sie von Squadron 88 hörten. Tragischerweise sollte es nicht das letzte Mal gewesen sein.

Der nächste Auftrag

Nach der Umwandlung von Castra in ein offenes System wurde Squadron 88 erneut verlegt. Das Geschwader wurde in das Caliban-System beordert und etablierte eine Operationsbasis auf Crion (Caliban II). Obwohl es fast 70 Jahre her war, dass die Vanduul den Menschen das Virgil-System geraubt hatten, war Caliban immer noch in Gefahr. Das System wurde immer mal wieder von kleineren Clans angegriffen. Obwohl diese Angriffe abgewehrt wurden, war klar, dass das Caliban-System eine Zielscheibe war und die Dinge nur noch schlimmer werden konnten.

Die Gefahr durch angreifende Vanduul-Clans ist gerade in den Randsystemen immer sehr hoch. © Cloud Imperium Games

Die Gefahr durch angreifende Vanduul-Clans ist gerade in den Randsystemen immer sehr hoch. © Cloud Imperium Games

Die Anwesenheit der 88. wurde als Zeichen dafür gewertet, dass die UEE die Vanduul wirklich aus dem System heraushalten wollte. Aber hinter den Kulissen war die Situation alles andere als perfekt. Obwohl das Geschwader mit der Wartung und Reparatur des in die Jahre gekommenen Sensor-Netzes im System beauftragt wurde, zeigten geleakte Dokumente aus der Zeit nach dem Fall von Caliban, dass die Kommandanten der 88. oft mit den Führungsebenen der UEE Navy um Geld und Ressourcen streiten mussten.

Im Jahre 2878 beantragte Avery Sinaga, die kommandierende Offizierin des Geschwaders, sogar eine Versetzung – es sei denn, sie erhielt die für den Schutz von Caliban notwendigen Mittel. Kurz danach wurde sie zu einer anderen Staffel versetzt. Sie bereute später, nicht dagewesen zu sein, als ihre Truppen sie am meisten brauchten.

Der Fall von Caliban

Caliban hatte eigentlich alles, was es brauchte, um sich erfolgreich zu verteidigen: Ein umfangreiches Netzwerk aus Frühwarnsensoren, Flugabwehrstellungen im Asteroidengürtel sowie zusätzliche Patrouillen durch kompetente lokale Sicherheitskräfte, die die Routineüberwachung der 88. im gesamten System verstärkten. Die Infrastruktur war da, um eine Tragödie zu verhindern. Am 7. Juli 2884 kam es trotzdem anders.

Es ist bis heute nicht klar, wie der riesige Vanduul-Clan unbemerkt an den Frühwarnsystemen vorbeikommen und in das System eindringen konnte. Jedenfalls war es eine Patrouille der 88. Staffel in der Nähe von Caliban IV, welche die Angreifer zuerst entdeckten. Ein Notsignal wurde abgesetzt, aber die zugehörige Nachricht kam nicht vollständig bei der UEE Navy an. Der Rest des Geschwaders wurde mobilisiert, um sich der Gefahr zu stellen. Niemand ahnte, wie sehr sie in der Unterzahl sein würden.

Erst als sich die schnellen Aufklärer den Vanduul näherten, wurde das wahre Ausmaß der Bedrohung klar. Im Herzen der Vanduul-Flotte befand sich ein Kingship, kilometerlang und mit genug Feuerkraft, um eine ganze Flotte zu eliminieren. Squadron 88 entsandte sofort Kommunikationsdrohnen, die Verstärkung anfordern sollten. Aufgrund der Entfernung und der Reaktionszeit war ihnen aber bewusst, dass es mindestens ein oder zwei Tage dauern würde, bis Unterstützung eintreffen würde.

Das Kingship der Vanduul kann rund 300 Scythe-Kampfschiffe mitführen. © Cloud Imperium Games

Das Kingship der Vanduul kann rund 300 Scythe-Kampfschiffe mitführen. © Cloud Imperium Games

Commander Randall, kommandierender Offizier der 88., verlagerte die Strategie schnell von der Verteidigung der Basis auf Crion zur Organisation und Verteidigung ziviler Konvois, die das System evakuierten. Als Commander Randall in ihr Schiff kletterte, um die Mission zu leiten, sagte sie den Piloten der Staffel, dass das Ziel nicht etwa darin bestehen würde, Abschusslisten zu füllen, sondern gerettete Menschenleben zu zählen: “Wir müssen dem Feind gegenüber standhaft bleiben und die Menschen in Sicherheit bringen. Wir sind die 88. Wenn etwas getan werden muss, dann tun wir es.”

Zwei lange und brutale Tage kämpften die Männer und Frauen der 88. Staffel, um das Vordringen der Vanduul zu verzögern, bis Verstärkung eintreffen würde. Obwohl sie zahlenmäßig vollkommen unterlegen waren, gaben sie alles, um die Angreifer zu verlangsamen. Als die 2. Flotte schließlich Crion erreichte, war sie überrascht, inmitten der völligen Verwüstung und brennenden Planeten überhaupt Überlebende zu finden. Die zivilen Verluste waren schwer, die der tapferen Piloten von Squadron 88 noch schwerer. Doch dank des Opfers, das die Staffel gebracht hatte, konnten Millionen Zivilisten unversehrt aus dem System entkommen. Die 2. Flotte beeilte sich, die restlichen Menschen zu retten, die sie finden konnte, bevor sie das System aufgab. Seitdem steht Caliban unter der Kontrolle der Vanduul.

Angeblich aus Respekt vor den Familien der Verstorbenen blieben die genauen Opferzahlen geheim. Ausgehend davon, was Historiker zusammentragen konnten, gehörten die Verluste aber zu den verheerendsten in der Geschichte der Marine. Besonders aufschlussreich ist jedoch das Vermächtnis von Squadron 88, das von der UEE Navy nach dem Fall von Caliban offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde und wodurch ihr Ruf zementiert wurde, das ultimative Opfer für das Imperium erbracht zu haben. Die Öffentlichkeit verlieh der 88. Staffel deshalb die sinnträchtige Bezeichnung “The Lost Squad” – Das verlorene Geschwader.

(übersetzt von Marcus Neibecker und Benjamin Danneberg)

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1 Kommentar

  1. Drugh

    Ein schöner Artikel, prima übersetzt. Ich bin immer wieder begeistert, mit wieviel Sagen, Geschichten und Hintergründen Star Citizen und auch Squadron 42 daherkommt. Das Bild mit dem Kingship ist auch genial. Wenn solch ein Träger einer mickrigen Idris mit einer kleinen Staffel von leichten und mittleren Jägern gegenüber steht, dann sinkt doch jedem Piloten das Herz in die Hose. Das hat in etwa die Ausmaße von den gewaltigen Zylonenschiffen, aus denen Myriaden von Jägern herausströmen. Ich bin gespannt, ob wir solch ein Bild mal am Ende einer Squadronepisode sehen werden…

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