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X4: Foundations – Nach X: Rebirth ein Neuanfang?

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X4: Foundations – Nach X: Rebirth ein Neuanfang?

Das deutsche Studio Egosoft versucht, nach der X-Rebirth-Pleite mit einem rundum erneuerten Nachfolger erneut bei Fans von umfangreichen Weltraum-Simulationen zu punkten. Kann das klappen?

In diesem Artikel erfahrt ihr:

  • Welche Veränderungen Egosoft gegenüber X-Rebirth vornehmen will
  • Welche Tricks die neue Engine für gute Performance beherrschen soll
  • Wie die Entwickler besser auf die Community eingehen wollen

Der letzte Serienteil der seit 1999 von dem deutschen Entwickler Egosoft entwickelten Weltraumsimulation X-Rebirth kam bei Fans und Kritikern gleichermaßen schlecht an. Zu weit hatte sich Egosoft von den Tugenden entfernt, welche der X-Serie eine treue und aktive Community verschafft haben. Deshalb wurde die Ankündigung von X4: Foundations auch mit Skepsis aufgenommen. Was das Team um Bernd Lehahn geplant hat, um das Vertrauen der Community wieder zurückzugewinnen und was uns mit X4: Foundations erwartet, schauen wir uns jetzt an.

Das Beste aus beiden Welten

Im Ankündigungstrailer von X4: Foundations können wir uns anschauen was Egosoft für X4 geplant hat. Das Video vermittelt zudem einen ersten Eindruck von der Leistung der extra für X4 entwickelten Grafik-Engine.

Dieses Video wird von YouTube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Auch wenn X-Rebirth für Egosoft keine wirkliche Erfolgsgeschichte war, zeigt man sich beim deutschen Entwicklerteam bestrebt, die Neuerungen des Spiels nicht komplett zu verwerfen. Stattdessen sollen sie mit der Komplexität und Flexibilität der früheren X-Teile kombiniert werden, um das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen.

Somit erwartet uns, wenn alles nach Plan verläuft, eine Weltraum-Sandbox, in der wir alle Schiffe selbst fliegen, uns in spannende Gefechte stürzen oder ein Wirtschaftsimperium aufbauen. Zu diesem Zweck will uns Egosoft eine mächtige Karte zur Verfügung stellen, über die wir die Geschicke unseres Imperiums durch einfache Mausklicks lenken. Auch der Bau von Fabriken und Stationen soll von Grund auf erneuert werden.

Gleichzeitig dürfen wir uns auf begehbare Schiffe, eine intuitive Steuerung durch voll ausgebaute Cockpits und ein verbessertes Highway-System freuen. All das findet in einem dynamischen Universum statt, in dem wir ohne Ladebildschirm von Raumstationen auf unser Schiff gehen und dann in die Weiten des Alls fliegen.

Hinweis: Die umfangreichen Informationen zum geplanten Gameplay werden in separaten Artikeln besprochen.

Neue Engine auf Basis von Vulcan und VR-Unterstützung

Eine der wichtigsten Komponenten bei der Entwicklung von Spielen stellt die zugrundeliegende Engine dar. Die wurde von Egosoft auf der Basis von Vulcan von Grund auf neu entwickelt und liefert im aktuellen VR-Titel X-Rebirth VR die  benötigten hohen Bildraten.

X4 Foundations soll das umfangreichste und beste Spiel der Serie werden, verspricht Entwickler Egosoft.

In einem Interview mit dem Magazin PC Games Hardware im Oktober 2017   beschrieb Bernd Lehahn, Geschäftsführer von Entwicklerstudio Egosoft, was sich seit X Rebirth an der eigens entwickelten Engine geändert hat. Im Kern ging es dabei um folgende Punkte:

  • X4 wird u.a. durch die aufwendige Physiksimulation ein sehr CPU-intensives Spiel. Die Entwicklung der Engine auf Basis der Low-Level-API Vulcan soll es ermöglichen, auch das letzte Quäntchen Performance aus den Prozessoren herauszukitzeln, da hier die Engine über die Optimierungen entscheidet und nicht der Treiber.
  • Die Engine ist grundsätzlich in der Lage, mittels Multithreading eine theoretisch unbegrenzte Anzahl an Kernen zu unterstützen. Da man aber zurzeit nicht von mehr als vier HT-Kernen ausgehen kann, wird X4 dahingehend optimiert werden.
  • Gleichzeitig empfiehlt Lehahn auf eine hohe Taktrate der Prozessoren zu achten, eine Empfehlung, die zurzeit auch für die meisten anderen Spiele gilt. Wer also daran denkt, seinen Rechner aufzurüsten, sollte auch auf einen möglichst hohen Prozessortakt achten,
  • Egosoft plant bei der Entwicklung die Skalierbarkeit der Computerhardware mit ein und plant deshalb ein umfangreiches Grafikmenü zu implementieren, sodass auch Mittelklasse-Rechner die durchaus ansehnliche Grafik flüssig darstellen können.

Außerdem äußerte sich der Chefentwickler zu einer VR-Version von X4: Foundations. Diese wird wie die VR Version von X-Rebirth eigenständig entwickelt und verkauft. Immerhin soll sie für Besitzer der Standard-PC-Version günstiger angeboten werden.

Mehr Offenheit: Entwicklung unter Einbezug der Community

Auf der X-Con 2017 konnten Fans Egosoft mit ihren zahlreichen Fragen löchern und erstes Gameplay bestaunen.

Dieses Video wird von YouTube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Dass das sogenannte Open Development ein zweischneidiges Schwert sein kann, davon können die Entwickler von Star Citizen ein Lied singen. Es ist nicht einfach, eine große und kritische Community über Erfolge und Misserfolge umfassend zu informieren und gleichzeitig bei Laune zu halten. Die vielen Kontroversen rund um das Thema Star Citizen beweisen das eindrucksvoll, wie auch unser Rückblick auf das Jahr 2017 zeigt.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ein solch offener Ansatz beim etwa 20 Entwickler starken Unternehmen nicht in Frage kommt. Dennoch verfolgt man seit der Ankündigung von X4: Foundations im August 2017 die Strategie, die Community durch Q&A-Sessions und umfangreiche Preview-Videos über den Stand der Entwicklung zu informieren. Dadurch gewährt Egosoft einen tiefen Einblick in die Entwicklung des Spiels und die Situation beim Entwickler vor Ort.

Außerdem wurde zum ersten Mal seit 2004 eine XCon (die hauseigene Fan-Convention) direkt bei Egosoft in der Firmenzentrale  veranstaltet.  Ausgewählte Fans hatten hier die Gelegenheit, die Entwickler mit kritischen Fragen zu löchern.

Die wichtigsten Fragen und Antworten sind im Egosoft Forum zu finden. Die Q&A-Sessions  gibt es als Aufzeichnungen auf Youtube, allerdings nur auf Englisch.

Ausblick: Closed Beta, Early Access und Release

Die Spiele von Egosoft haben den Ruf, beim Kunden zu reifen und auch X: Rebirth machte da keine Ausnahme. Neben dem von Fans und der Presse kritisierten Gameplay, plagten auch zahlreiche Bugs die Release-Version. Etwas überraschend nutzte Egosoft für die VR-Version von X-Rebirth Steams Early Access-Programm und hat nach eigenen Angaben sehr gute Erfahrung damit gemacht.

Es ist aktuell fraglich, ob X4: Foundations den Weg über Steams Early Acess-Programm nimmt.

Bernd Lehahn zufolge steht das Team einer Early Access-Version für X4 aber skeptisch gegenüber. Auch die Durchführung einer Closed Beta oder Veröffentlichung einer Demoversion ist noch nicht gesichert. Der Release von X:4 Foundations ist für das Jahr 2018 geplant. Wir halten euch natürlich über neue Entwicklungen auf dem Laufenden.

Fazit

Insgesamt bin ich durch die umfangreichen Informationen und die bisher gezeigten Gameplayelemente durchaus positiv eingestellt. Egosoft hat sich eine Menge vorgenommen, scheint aber einen recht soliden Plan für die Umsetzung zu haben. Die vielen Informationen und Videos haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Ich bin vorsichtig optimistisch und bereit, mich auf ein neues Abenteuer im X- Universum einzulassen.

Persönlich würde ich mir allerdings wünschen, dass Egosoft trotz aller Bedenken mit X4 in den Early Access geht. Dem ambitionierten Projekt würden aufgrund seiner Komplexität zusätzliche Tester sicherlich gut bekommen und sich gewinnbringend in das neue, offenere Konzept einfügen.

Über den Autor

39 Jahre alt, Vater von 2 wunderbaren Töchtern, Ehemann der besten Frau der Welt und Gamer seit 27 Jahren. Ich hoffe auf tolle Diskussionen und wünsche Euch viel Spaß!

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